Wir schreiben das Jahr 2002, als ich (Florian) meine Lehre zum gestaltungstechnischen Assistenten in Haldensleben anfing. Eines Tages schlenderte ich durch das Allee-Center in Magdeburg und erblickte Christian alias "Malte" im ehemaligen Dieselstore.
Ich bemerkte schnell dass seine Hosen nicht so dem Ursprung entsprachen, wie sie einmal in der Produktion geschaffen wurde. Da sie dass selbe Phänomen aufwarfen wie meine Hosen, waren sie detailiert geblichen.
Wir kamen ins Gespräch, denn man kannte sich schon früher aus der Schule, doch so richtig fehlte uns immer der Draht zueinander.
Wir trafen uns sozusagen zum Workshop in seiner Bude und stellten weitere Experimente an. Wir probierten nach und nach was es für Möglichkeiten gab Textilen zu verändern. Zum Beispiel das umfärben, aber das reichte natürlich nicht aus. Wir wollten unbedingt auch Printen können, die leichteste Form war es Schablonen anzulegen (sogenannte Stencils). Aber irgendwann war auch dies nicht mehr ausreichend. Man probierte sich weiter aus und lernte andere Techniken kennen.
Dann lies Malte eines Tages einen Artikel in der Dates, in dem stand: "Macht ihr was an euren Klamotten???" Dann schickt uns Modezeichnungen, Fotos etc.!!! Wunderbar dachten wir, weil der Gewinn ein Schneiderkurs war. Wir grübelten ein wenig und uns kam der Gedanke, das es Zeit wäre dem Kind ein Namen zu geben. Ich fragte ahnlos in den Raum: "Mmmmh... wie kann man unsere Klamotten nennen?? Sie sind auf jeden Fall außergewöhnlich, freakig, dirty, destroyed, abgefuckt!!!!" Dann kam Malte ein Sinnesblitz: -GENDEFEKT- , es gibt doch das Lied von Green Velvet mit dem Namen Genedefect. Diese Idee fand ich Hammer, denn es traf den Nagel auf den Kopf. Ein Gendefekt ist etwas außergewöhnliches, anderes, einzigartiges. Man hätte behaupten können, einen besseren Namen gäbe es nicht für unser Projekt. Naja so zogen wir an einem sonnigen Sontag Nachmittag los, und drehten in einem alten verlassenen Haus einen kleinen durch geknallten Film mit den Klamotten. Den Film gibt's hier zu sehen. Dazu noch eine kleine Fotosession mit ca. 50 Picīs, und wir dachten das Ding ist sicher. Zuhause noch ein paar Stunden Videoschnitt und dann ab zur Dates. Wir warteten gespannt die nächste Ausgabe ab, doch nirgendwo ein Zeichen von irgendwelchen Gewinnern eines Wettbewerbs. Wir riefen in der Redaktion an, und man teilte uns mit das sie es nicht mehr bis zum Redaktionsschluss geschafft hätten das Ding reinzusetzen. Nun ja, es verging somit ein weiterer spannender Monat. Der Tag kam und wir rissen dem Verteiler die Zeitschrift maßgeblich aus den Händen.
Aber schweren Herzens mussten wir feststellen das unsere Bemühungen nun ganz und gar nicht von Erfolg gekrönt waren. Es gab 3 Gewinner, und wir waren leider nicht dabei. Egal dachten wir uns, es war eine lustige Action die uns Spaß gemacht hat.
Wir fanden im Laufe der Zeit immer mehr Techniken das Erbgut der Klamotten zu verändern. Ob Strass- und Perlmutsteine, Pailletten, Prints, Aufnäher, umfärben, bleichen, Stoff detailiert aufrauen bis hin zum Loch mit Stoffbesetzung, phosphoreszierende Farben (Nachtaktiv) , UV-Farben, Schablonenprints (Stencils),Nähmaschienennähte, Handstickereien, LED-Besetzung ,Drahtgeflecht (zwischen Loch und daruntergesetztem Stoff ), es war bald alles möglich.
Dann nahm ich bei einem neuen Wettbewerb bei der Dates teil, der von "Cabinet" geschaltet wurde. Er hieß "Cabinet Durchstarter" und wurde in den neuen Bundesländern geschaltet. Es ging darum sich mit seinen Ideen selbständig zu machen, und man bekomme einen Mentor gestellt. Ich dachte das kam zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zu dem Zeitpunkt schreiben wir Januar 06. Im Mai bekam ich einen Anruf wo mir mitgeteilt wurde dass wir in der näheren Auswahl stehen.
Unsere Vorfreude auf den möglichen Gewinn war riesig. Eine Woche später kam dann der entscheidende Gewinnanruf. Wir hätten Bäume ausreißen können vor Freude. Eine Woche später ging es dann auch schon gleich los. Es gab ein Meeting im Büro mit unserem Mentor Carsten Wiebers. Die erste Begegnung war sehr positiv. Christian und ich schätzten seine jahrelangen Erfahrungen, und seine humorvolle offene Art. Schnell klärten wir, was wir uns in Zukunft vorstellen.
Also uns schwebte als Verkaufs-und Lagerraum Eine große Fabrikhalle vor, in dem auch andere kreative Köpfe ihr Unwesen treiben, wie z. B. Tattoowierer, Piercer, Friseure, eben eine Halle für die Ansprüche der jungen Leute. Aber im Laufe der Zeit merkten wir dass es gar nicht so einfach war unsere Ideen umzusetzen. Es fehlten die richtigen Gemäuer in der richtigen Umgebung. Denn auch Personen ohne Auto sollten es gut erreichen können. Es fand sich nach langem suchen eine Halle am Heumarkt, die wir auch mit unserem Mentor besichtigten. Als wir im Objekt rumstöberten merkten wir schnell dass es eine Nummer zu groß für uns war. Zu mindestens zu diesem Zeitpunkt. Es waren 3 Etagen die zusammen ca. 3500qm² verschlungen, und renovierungsbedürftig waren sie ja auch.
Nun war uns erst einmal klar, dass wir kleiner anfangen müssen. Wir machten mit verschiedenen Modehäusern Termine um Ihnen unsere Ideen zu präsentieren, mit Erfolg.
Am 03.03.07 hatten wir eine Kollektionspräsentation im Modehaus Wöhrl (U1 Area). Die erste kleine schwarz-weiß Kollektion wurde geboren. Dabei war für jeden etwas dabei!!!
Der 16.02.08 ist da. Wieder ein Jahr vergangen und eine neue frische Kollektion wurde im Cutters (Allee-Center) geboren und mit super Musik von DJ Wakko ins Leben gerufen. Mit vielen Problemen mussten wir bis dahin kämpfen und haben sie besiegt. Neue Materialien sowie auch Techniken sind dazu gekommen. Endlich sind wir soweit die große weite Welt zu erobern.
Für Fragen und Anregungen stehen wir euch natürlich gerne unter
info@Gendefekt.com zur Verfügung.